Ziele und Aufgaben

Circular Economy ist der Weg, mehr Wertschöpfung aus einem Werkstoffkreislauf herauszuholen und ressourcenschonend zu arbeiten.

Ziele und Aufgaben

Langfristige Sicherung für mittelständischen Unternehmen in der Altreifen-Recycling Branche

Neue Modelle der Zusammenarbeit

Der Altreifenberg in Deutschland wächst. Der Markt des Altreifen-Recyclings ist im Umbruch. Sich ändernde Recyclingwege und ein Deponieverbot verschärfen die Situation. Das Innovationsforum „Altreifen-Recycling“ schafft durch die interdisziplinäre Vernetzung der KMU-geprägten Altreifen-Recyclingbranche sowie Wissenschaft und Forschung neue Modelle der Zusammenarbeit und entwickelt neue Absatzszenarien und eruiert bisher unentdeckte Absatzwege für Dienstleistungen und Produkte.

Das Vorhaben ist ein Beitrag dazu, die Zukunft der mittelständischen Unternehmen, die in der Branche Altreifen-Recycling tätig sind, langfristig zu sichern. Mit Unterstützung des vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) geförderten Vorhabens im Rahmen der Förderrichtlinie „Innovationsforum Mittelstand“ soll der Absatzmarkt für Gummirezyklat neu gestaltet werden. Eine durch das Vorhaben gestärkte enge Vernetzung und Kooperation führt zu neuen und innovativen Produkten und dem Abbau von Hemmnissen.

Erste Netzwerke sind bereits geschaffen

Die Unternehmen, die in Deutschland und Europa das Altreifen-Recycling übernehmen sind vorrangig Mittelständler. Diese Unternehmen sind als Einzelunternehmen nicht in der Lage Forschung und Entwicklung so voranzutreiben, dass zukunftsfähige Produkte und neue Verwertungswege entstehen. Dazu bedarf es eines breiten Netzwerkes mit wissenschaftlicher Unterstützung. Erste lockere Netzwerke sind bereits geschaffen, um sich gegenseitig auszutauschen und das Thema gemeinsam zu steuern. Hierzu gehören u. a. der Antragsteller, der Bundesverband Reifenhandel und Vulkanisier-Handwerk e.V. sowie die in diesem Verband gegründete Initiative Zertifizierte Altreifenentsorger (ZARE). Weitere Akteure haben bereits Interesse bekundet, dazu zählen u.a. der Wirtschaftsverband der deutschen Kautschukindustrie e.V. (wdk), zahlreiche Unternehmen und Forschungseinrichtungen.

Der Altreifen-Recyclingmarkt verändert sich

Der Altreifen-Recyclingmarkt verändert sich. Zum einen zeigt sich, dass die Zementwerke, die Altreifen bisher als Brennstoff nutzen, immer häufiger andere Ersatzbrennstoffe einsetzen. Zum anderen geht die Zweitverwertung in der Reifenrunderneuerung zurück. Immer mehr Importreifen mit minderer Qualität können nicht runderneuert werden. Gleichzeitig bevorzugen Autofahrer preiswerte Import-Neureifen und entscheiden sich nicht für preislich nahezu gleichgestellte und technisch einwandfreie runderneuerte Reifen.
Die Abfallrahmenrichtlinie (AbfRRl, EU), das Kreislaufwirtschaftsgesetz (KrWG, Deutschland) als auch der Entfall der „Heizwertklausel“ verlangen, dass die stoffliche Verwertung der thermischen Verwertung vorzuziehen ist. Auch die wissenschaftliche Analyse empfiehlt diesen Weg. Das Copenhagen Resource Institute stellt fest: In allen untersuchten Kategorien ist die stoffliche Verwertung der thermischen vorzuziehen.
Trotzdem bleibt die thermische Verwertung für unsortierte und verunreinigte Gummiabfälle weiterhin eine Option.

Viele Branchen und Bereiche haben Hemmungen, Altreifenrezyklat anzuwenden. Ein Stück weit liegen die Hürden in Vorurteilen begründet, dass Recycling-Produkte nicht rein genug sind. Die Forschung daran, worin die Hemmnisse liegen und wie man diese überwindet, ist eine wichtige Aufgabe des Innovationsforums Altreifen-Recycling. Durch das Vorhaben verbesserte Herstellungsverfahren fördern sowohl die Qualität, als auch den vermehrten Einsatz von Sekundärrohstoffen.

Innovationen steigern die Wirtschaftlichkeit

Die Förderung von Produkt-Innovationen wird zu einer vermehrten Anwendung des Werkstoffes führen. Innovationen steigern die Wirtschaftlichkeit von Verfahren und sorgen für neue, attraktive Produkte und Anwendungen für Branchen, die Altreifenrezyklat bereits anwenden. Gleichzeitig schaffen sie für neue Anwenderbranchen Möglichkeiten, den Werkstoff einzusetzen und zu verwerten.

Einerseits müssen Vorbehalte abgebaut und andererseits die Akzeptanz des Werkstoffs erhöht werden. Eine fundierte Aufklärung über wissenschaftlich erwiesene Fakten wird Vorurteile abbauen. Gummirezyklat ist ein Werkstoff, der hervorragende Eigenschaften aufweist. Der Werkstoff ist vielseitig einsetzbar, flexibel und gleichzeitig robust. Sein Aufkommen ist gut planbar.

In Europa finden sich beste Voraussetzungen neue Marktansätze und Produkte zu entwickeln

Das Innovationsforum Altreifen-Recycling öffnet diesen Kreis weit über diese Interessenten hinaus. Alle relevanten und an dem Thema interessierten Marktteilnehmer und Akteure werden in dem Netzwerk zusammengeführt und kooperieren. In Europa finden sich beste Voraussetzungen, sich mit Wissen und Technologien gegenseitig zu unterstützen und gemeinsam mit anderen Branchen und Akteuren neue Marktansätze und Produkte zu entwickeln. Es soll sichergestellt werden, dass die Branche zukunftsfähige und markttaugliche Produkte entwickelt und gleichzeitig die Altreifen dem Werkstoffkreislauf zugeführt werden.

Durch das Vorhaben entstehende Kooperationen sichern, dass die Branche langfristig diese Ziele verfolgt. Die Circular Economy ist der Weg, mehr Wertschöpfung aus einem Werkstoffkreislauf herauszuholen und ressourcenschonend zu arbeiten.

Ein Beispiel ist die Situation im Straßenbau. Der Anteil an Altreifenrezyklat im Bitumen kann im Straßenbau durch bisher bekannte Verfahren bis zu 25% des Gesamtvolumens ausmachen. Der eingesetzte Asphalt ist als offenporiger Asphalt (OPA) bekannt und bringt im Vergleich zu anderem Asphalt verbesserte Eigenschaften mit. Er ist langlebiger, resistenter gegen Frostschäden und Rillenbildung. Weniger Lärmentwicklung und weniger Einsatz anderer Stoffe im Straßenbau sind auf lange Sicht ökonomisch und ökologisch sinnvoll. Dennoch führen Ausschreibungskriterien und kurze Gewährleistungsansprüche dazu, dass Gummirezyklat nicht standardmäßig eingesetzt wird. Hier begeht das Innovationsforum Wege, die Entscheider von einer nachhaltigeren Lösung zu überzeugen und Anreize für deren Einsatz zu schaffen.

Ziel ist die Verkettung über alle Schnittstellen hinweg

Der bisherige Einsatz von Gummigranulat ist vielseitig. Durch einen Innovationsschub werden weitere Branchen mehr von dem recycelten Werkstoff einsetzen. Ziel ist die Verkettung der Mittelständischen Unternehmen der Branchen Altreifen-Recycling über alle Schnittstellen hinweg bis hin zum letzten Verwertungsschritt, sodass der Wertstoff kaskadisch genutzt wird und er in jedem Verarbeitungsschritt einen neuen Wert darstellt. Dadurch erhalten die KMU den Zugang zu mehr Verfahren und Verwertungsmöglichkeiten in der Verwertungskette. Damit wird auch gleichzeitig ein großer Beitrag für die Umwelt geleistet, da Ressourcen geschont und mit Rohstoffen nachhaltig gearbeitet wird, ohne weiteren Raubbau an den Natur zu betreiben.

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