Glossar

AZUR FINDET WEGE UND LÖSUNGEN FÜR EINEN ÖKOLOGISCH UND ÖKONOMISCH SINNVOLLEN REIFEN-KREISLAUF

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Die Abfallhierarchie, geregelt in den §§ 6 bis 8 des Kreislaufwirtschaftsgesetzes (KrWG), priorisiert Maßnahmen zum Schutz von Mensch und Umwelt gemäß dem Vorsorge- und Nachhaltigkeitsprinzip. An erster Stelle steht die Abfallvermeidung, gefolgt von der Vorbereitung zur Wiederverwendung, dem Recycling, sonstigen Verwertungen wie energetischer Verwertung und schließlich der Beseitigung. → Abfallhierarchie-Verordnung

Abfallreifen sind Reifen, die infolge von Verschleiß, Alterung oder Beschädigung nicht mehr für ihren ursprünglichen Verwendungszweck geeignet oder zugelassen sind und daher als Abfall gelten.

B

Pyrolyseverfahren im Chargenbetrieb: Eine begrenzte Materialmenge wird in einem diskontinuierlich arbeitenden Reaktor pro Zyklus verarbeitet. Jeder Zyklus umfasst das Beschicken, Erhitzen, Abkühlen und Entladen des Reaktors. -> siehe auch “kontinuierliche Pyrolyse”

Der Blaue Engel ist ein in Deutschland seit 1978 vergebenes Umweltzeichen für besonders umweltschonende Produkte und Dienstleistungen. Das Bundesumweltministerium verleiht den blauen Engel an nachweislich nachhaltige und umweltfreundliche Produkte.

BIPAVER gilt als der aktivste und einflussreichste Handelsverband der europäischen Runderneuerungsindustrie, der nationale Runderneuerungsverbände und führende Zulieferer der Runderneuerungsindustrie aus 11 Mitgliedstaaten umfasst.

Der Bundesverband Reifenhandel und Vulkaniseur-Handwerk e.V. (BRV) ist der bundesweit tätige Fachverband des deutschen Reifengewerbes. Mit fast 2.100 Mitgliedern und knapp 3.500 Outlets vertritt er rund vier Fünftel des spezialisierten Reifenhandels und -handwerks in Deutschland.

„BVSE“ steht für Bundesverband Sekundärrohstoffe und Entsorgung. Mit einer Interessenvertretung für die mittelständische Recycling- und Entsorgungsbranche nimmt der BVSE Einfluss auf die Entscheidungsprozesse in umwelt-, abfall- und wirtschaftspolitischen Fragen.

C

Industrieruß (Carbon Black, CAS 1333-86-4) ist ein gezielt hergestellter, nahezu reiner Kohlenstoff mit hoher spezifischer Oberfläche und feiner Partikelgröße, der als funktioneller Füllstoff und Schwarzpigment insbesondere in Reifen sowie in Gummi-, Kunststoff-, Farb- und Lacksystemen eingesetzt wird. -> siehe auch rCB

Ein Überbegriff für Recyclingverfahren (z. B. Pyrolyse), bei denen Abfälle durch thermisch ausgelöste chemische Reaktionen in einer nahezu sauerstofffreien Umgebung in Sekundärrohstoffe (z. B. Monomere, Synthesegas, Pyrolyseöl) umgewandelt werden. -> siehe auch Pyrolyse

Im Rahmen der Circular Economy werden Ressourcen effizient genutzt und Emissionen in allen Stufen der Wertschöpfungskette verringert. Durch Reparatur, Wiederverwendung, Umnutzung, Re-Engineering und Recycling können Ressourcen und Produkte länger im Nutzungskreislauf gehalten werden. Diese Strategien wirken der emissionsintensiven Rohstoffförderung und –Verarbeitung entgegen, die weltweit etwa die Hälfte der direkten oder indirekten CO2-Emissionen ausmacht.

Mehr zur Initiative hier.

Im BMBF-Projekt ConCirmy (Configurator for the Circular Economy) wird ein „Produktkonfigurator“ entwickelt, der am Beispiel des Autoreifens dem Verbraucher die Auswirkungen auf die Umwelt im Lebenszyklus eines Produkts transparent macht

Mehr zu ConCirmy: https://concirmy.org/index.php?page=about-project#_konfigurator

D

Die Deutsche Bundesstiftung Umwelt (DBU) ist eine Stiftung der Bundesrepublik Deutschland mit Sitz in Osnabrück. Die Stiftung wurde aufgrund des Gesetzes zur Errichtung einer Stiftung „Deutsche Bundesstiftung Umwelt“ vom 18. Juli 1990 als Stiftung bürgerlichen Rechts errichtet. Das Stiftungskapital wurde aus dem Verkaufserlös der Salzgitter AG mit rund 2,5 Mrd. DM (rund 1,3 Mrd. €) von der Bundesrepublik Deutschland bereitgestellt. Mit diesem Stiftungsvermögen gehört sie zu den größten Stiftungen in Europa. Aufgabe der Stiftung ist es, Vorhaben zum Schutz der Umwelt unter besonderer Berücksichtigung der mittelständischen Wirtschaft zu fördern und dabei in der Regel außerhalb staatlicher Programme tätig zu werden. Insbesondere werden Forschung, Entwicklung und neuartige Lösungen im Bereich umwelt- und gesundheitsfreundlicher Verfahren und Produkte sowie der Austausch von Wissen über die Umwelt, innerdeutsche Kooperationsprojekte in der Anwendung von Umwelttechnik und Modellvorhaben zur Sicherung und Bewahrung national wertvoller Kulturgüter vor schädlichen Umwelteinflüssen gefördert. Mehr zur DBU hier: https://www.dbu.de/

Die De-minimis-Beihilfe-Regelung macht eine Beihilfe, die ein EU-Mitgliedstaat einem Unternehmen gewährt und deren Betrag als geringfügig anzusehen ist – unter bestimmten Voraussetzungen – nicht weiter genehmigungspflichtig durch die Europäische („Bagatellbeihilfe“).

Ein Recyclingverfahren für Reifen, bei dem die Schwefelbrücken des vulkanisierten Gummis gezielt aufgebrochen werden, sodass der Gummi nach der Trennung von Textil und Metall zerkleinert und wieder in einen plastischen, rohgummiähnlichen Zustand überführt wird, der mit Additiven erneut als Rohstoff eingesetzt werden kann.

E

Ein Teil des bei der Reifenpyrolyse entstehenden Pyrolysegases wird direkt (oder indirekt über eine Verstromung) zur Beheizung des Prozesses genutzt, sodass moderne Reifenpyrolyseanlagen im Normalbetrieb weitgehend – und häufig vollständig – energieautark arbeiten.

Die Verbrennung von Abfällen (z.B. Altreifen) zur Energiegewinnung in Form von Wärme und Strom. Altreifen werden z.B. in Zementwerken oder Müllverbrennungsanlagen als Ersatzbrennstoff genutzt.

Entsorgung umfasst die fachgerechte Sammlung, Behandlung und Beseitigung von abgefahrenen oder beschädigten Reifen, um Umweltbelastungen zu vermeiden. Dieser Prozess kann Recycling, energetische Verwertung oder Deponierung beinhalten und wird von zertifizierten Entsorgungsunternehmen durchgeführt.

Die European Tyre Recycling Association, ist eine Organisation, die sich für die Förderung des Recyclings von Altreifen in Europa einsetzt. Sie unterstützt die Entwicklung und Implementierung von Technologien und Strategien, um die Wiederverwendung und das Recycling von Reifen zu maximieren und so die Umweltbelastung zu reduzieren.

Die Eurpean Tyre & Rubber manufacturers‘ association vertritt die regulatorischen und damit verbundenen Interessen der europäischen Reifen- und Gummihersteller auf europäischer und internationaler Ebene. Sie ist in einen kontinuierlichen Dialog mit EU- und internationalen Institutionen, nationalen Agenturen und anderen Branchen eingebunden. Als Stimme der Hersteller von Reifen- und Gummiwaren konzentrieren sich die Aktivitäten auf die Vertretung, Kommunikation und Förderung der Branche gegenüber politischen Entscheidungsträgern sowie auf die technische Beratung ihrer Mitglieder.

 Mehr zu ETRMA: https://www.etrma.org/

Die European Tyre and Rim Technical Organisation (ETRTO; deutsch Europäische Reifen- und Felgen-Sachverständigenorganisation) wurde im Oktober 1964 gegründet, existierte jedoch schon von 1956 bis 1964 unter der Bezeichnung European Tyre and Wheel Technical Conference (ETWTC, deutsch Europäische technische Reifen- und Räderkonferenz). Die Tätigkeit in der ETRTO ist dabei streng auf die technischen Gesichtspunkte von Reifen, Felgen und Ventilen beschränkt, soweit die Montage und Gebrauch betreffen.

(Quelle: Wikipedia)
Mehr zu ETRTO: https://www.etrto.org/Home

Die European Recycling Industries’ Confederation, ist der europäische Verband der Recyclingindustrie, der die Interessen von Recyclingunternehmen und -verbänden auf europäischer Ebene vertritt. Die Organisation fördert nachhaltiges Recycling und arbeitet daran, die gesetzlichen und wirtschaftlichen Rahmenbedingungen für die Recyclingbranche zu verbessern.

Export bezeichnet den Transport und Verkauf von gebrauchten Reifen in andere Länder, oft zur Wiederverwendung oder für verschiedene Recyclingzwecke. Dabei werden die Gebrauchtreifen aus ihrem Ursprungsland ausgeführt, um in den Zielländern einer erneuten Nutzung oder Verwertung zugeführt zu werden.

G

Gummigranulat wird durch das Zerkleinern von Altreifen in kleine Partikel gewonnen und dient als vielseitiger Rohstoff in der Herstellung von Produkten wie Gummimatten, Kunstrasenfüllungen und Schallschutzmaterialien. Dieses Recyclingprodukt trägt zur nachhaltigen Nutzung von Altreifen bei, indem es deren Material in neuen Anwendungen wiederverwendet. → Gummimehl

Gummimehl ist ein feinkörniges Material, das durch das Zerkleinern von Altreifen gewonnen wird. Es wird als Rohstoff in verschiedenen Anwendungen wie der Herstellung von Gummiprodukten, Asphaltmischungen und Sportplatzbelägen verwendet, wodurch die Wiederverwertung und nachhaltige Nutzung von Altreifen gefördert wird. → NEW LIFE Gummigranulat

H

Die Heißerneuerung ist eine formgebundene Runderneuerung, bei der unvulkanisiertes Material auf die abgeraute Karkasse aufgetragen und anschließend in einer Heizform bei ca. 165°C vulkanisiert wird, wodurch die Form- und Profilgebung erfolgt. Nach einer umfassenden Qualitätsprüfung und der Vulkanisation wird der Reifen einer gründlichen Endkontrolle unterzogen. → Kalterneuerung

K

Die Kalterneuerung ist ein Verfahren zur Runderneuerung von Nutzfahrzeugreifen, bei dem ein bereits vulkanisierter und profilierter Laufstreifen mittels einer unvulkanisierten Bindegummischicht auf die abgeraute Karkasse aufgebracht wird. Anschließend wird der Reifen in einer Druckkammer bei 95°C bis 110°C vulkanisiert, um eine exzellente Verbindung der Bauteile sicherzustellen. → Heißerneuerung

Die Karkasse ist das tragende Gerüst in Luftreifen, Treibriemen und Transportbändern. Sie wird häufig auch als Reifenunterbau bezeichnet. Sie besteht aus Gewebe- oder Gelegeschichten (parallel angeordneten Fäden), die in Gummi eingebettet sind und dem Verbund aus Fasern und Gummi Festigkeit und Steifigkeit geben. 

(Quelle: Wikipedia)

Eine Betriebsweise, bei der das Einsatzmaterial in den Pyrolysereaktor eingebracht wird und Reaktionsprodukte sowie Rückstände gleichzeitig kontinuierlich ausgetragen werden, sodass der Prozess ohne Unterbrechung (ohne Reaktorabkühlung) fortlaufend betrieben wird. ->siehe auch “Batch-Pyrolyse

Beschreibt ein Wirtschaftsmodell, das darauf abzielt, Materialien durch Wiederverwendung, Reparatur und Recycling möglichst lange im Stoffkreislauf zu halten, um Rohstoff- und Energieverbrauch sowie Abfall, Emissionen und Umweltbelastungen zu minimieren, im Gegensatz zur Linearwirtschaft mit dem Prinzip „entnehmen – herstellen – nutzen – entsorgen“.

L

LCA (Life Cycle Assessment) bezeichnet die Ökobilanz zur systematischen Bewertung der Umweltwirkungen der Reifenpyrolyse über den gesamten Lebenszyklus, wobei CO₂-Äquivalente (CO₂-Äq) als zentrale Maßeinheit zur Vergleichbarkeit der Klimawirkung verschiedener Prozesse dienen.

M

Wiederverwertung von Abfällen durch physikalische Aufbereitung ohne chemische Umwandlung. Bei Altreifen umfasst dies z.B. das Zerkleinern zu Gummigranulat oder Pulver, um das Gummi in neuen Produkten einzusetzen. Die chemische Struktur des Materials bleibt unverändert (im Gegensatz zum chemischen Recycling).

N

Die Initiative NEW LIFE wird von Unternehmen Im wdk-Arbeitskreis Sekundärrohstoffe getragen, deren Ziel es ist, das Image von Recycling-Material aus ELT (End-of-Life-Tyres) als nachhaltigen Rohstoff für hochwertige Produkte mit langer Lebensdauer zu verbessern und Hindernisse abzubauen. Mehr zur Initiative NEW LIFE: https://initiative-new-life.de/

Die Nationale Kreislaufwirtschaftsstrategie, ist eine von der deutschen Bundesregierung entwickelte Strategie zur Förderung der Kreislaufwirtschaft, die darauf abzielt, Ressourcen effizienter zu nutzen und Abfälle zu minimieren. Sie beinhaltet Maßnahmen zur Stärkung des Recyclings, zur Wiederverwendung von Materialien und zur Schaffung geschlossener Materialkreisläufe in der Wirtschaft. → Cradle to  Cradle

P

Polycyclische aromatische Kohlenwasserstoffe oder polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe (kurz PAK oder PAH von englisch Polycyclic Aromatic Hydrocarbons) bilden eine Stoffgruppe von organischen Verbindungen, die aus mindestens zwei verbundenen aromatischen Ringsystemen bestehen, die stets in einer Ebene liegen. Der einfachste PAK ist Naphthalin, bei dem zwei Benzolringe über eine gemeinsame Bindung anelliert sind, man spricht hier auch von kondensierten Ringsystemen. Fluoren ist ebenfalls ein PAK, da beide Ringe durch die zusätzliche Methyleneinheit starr miteinander verbunden sind. Kein PAK ist Biphenyl, hier sind die beiden Benzolringe nicht anelliert.

PAK sind natürlicher Bestandteil von Kohle und Erdöl. Der bei der Verkokung von Steinkohle anfallende Teer enthält hohe Anteile an PAK. Daher ist seine Verwendung im Straßenbau und z.B. als Dachpappe seit 1984 verboten. Mit Steinkohleteer behandelte Produkte, z.B. teergebundener Asphalt aus der Zeit vor 1984, Teerpappe oder teerölbehandelte Hölzer (für Telegrafenmasten oder Eisenbahnschwellen), enthalten daher viel PAK. (Quelle: Wikipedia)

Ein thermochemischer Umwandlungsprozess, bei dem ganze oder zerkleinerte Altreifen (ELT) unter Sauerstoffausschluss bei Temperaturen von etwa 400–700 °C in Pyrolyseöl (Flüssigkeit: Ölhaltige Fraktion und geringe wasserhaltige Fraktion), Pyrolysegas, eine feste kohlenstoffhaltige Fraktion (Pyrolysekoks bzw. recovered Carbon Black, rCB) sowie Stahlbestandteile zerlegt werden (Je nach Verfahren, wird der Stahldraht bereits vor der eigentlichen Pyrolyse bei der Zerkleinerung der Reifen entfernt); moderne Altreifenpyrolyseverfahren gelten seit 2011 gemäß dem Umweltprogramm der Vereinten Nationen (UNEP) als umweltfreundliche Recyclingmethode.

Ein vollständiges technisches System zur Durchführung der Pyrolyse, das typischerweise aus Reaktor und Heizeinheiten, Kondensations- und Speichersystemen für Öl und Gas, Einrichtungen zur Austragung fester kohlenstoffhaltiger Fraktionen und Metalle sowie aus Gasreinigung und Prozessmesstechnik besteht.

Es gibt verschiedene Reaktortypen und Reaktionsführungen wie Batch, Drehrohsysteme und kontinuierliche Schachtraktoren sowie unterschiedliche Kondensationseinheiten und Gasnutzungssysteme mit und ohne Gasreinigungssystemen und verschiedene Reaktorheizsysteme (elektrisch oder indirekte Rauchgasbeheizung)

Das bei der Pyrolyse entstehende Gasgemisch ist brennbar und enthält unter anderem leichte Kohlenwasserstoffe wie Methan, Ethylen und Propylen sowie H2, C1-C5, CO, CO2 und in geringen Mengen H2S und NH3, die je nach Gehalt und gesetzlichen Anforderungen abgetrennt werden müssen – vor oder nach der Gasverbrennung (dann als NOx, SOx). Es kann als Energiequelle genutzt werden, beispielsweise zur Beheizung des Pyrolyseprozesses.

REACH EC Nr.: 948-949-8. Ein Produkt der Reifenpyrolyse, das durch Kondensation aus der Gasphase der Pyrolysegase gewonnen wird. Es kann direkt als Brennstoff eingesetzt oder durch Weiterverarbeitung in Ölraffinerien in  Diesel oder Benzin umgewandelt werden. Darüber hinaus eignet sich das Pyrolyseöl (TPO) als Ausgangsstoff für chemische Umwandlungsprozesse in der Chemie- und Kunststoffindustrie.


TPO enthält einen hohen biogenen Anteil von etwa 40–60 %, der aus dem im Reifen enthaltenen Naturkautschuk stammt und am Markt stark nachgefragt wird. Die fossile Fraktion, die aus synthetischem Kautschuk stammt, kann unter bestimmten regulatorischen Voraussetzungen in der EU als Recycled Carbon Fuel (RCF) anerkannt werden.

R

REACH EC Nr.: 954-402-4. Spezieller Begriff für den durch Pyrolyse zurückgewonnenen Industriekohlenstoff, der als Ersatz für Primärruß eingesetzt werden kann. recovered Carbon Black (rCB) ist ein technisches und anwendungstechnisch optimiertes Feststoffprodukt, das in einem dreistufigen Verfahren wie folgt hergestellt wird:
(1) Auswahl eines geeigneten und konsistenten Altreifen-Rohstoffs,
(2) kontrollierte thermische Zersetzung („Pyrolyse“) des Altreifen-Rohstoffs,
(3) Feinstvermahlung und Granulierung des festen Pyrolyseprodukts

Unvermahlener, nicht granulierter Feststoff aus der Pyrolyseanlage wird als Pyrolysekoks bezeichnet.

Im Vergleich zu Industrieruß, der vorrangig aus Kohlenstoff besteht, enthält rCB zusätzlich Anorganik (entsprechend Reifentyp und -art), das im Reifen enthalten ist.
-> Siehe auch Carbon Black (Industrieruß)

Die Verordnung (EG) Nr. 1907/2006 (REACH-Verordnung) ist eine EU-Chemikalienverordnung, die am 1. Juni 2007 in Kraft getreten ist. REACH steht für Registration, Evaluation, Authorisation and Restriction of Chemicals ‚Registrierung, Bewertung, Zulassung und Beschränkung von Chemikalien‘. Als EU-Verordnung besitzt REACH gleichermaßen und unmittelbar in allen Mitgliedstaaten Gültigkeit. Durch REACH wurde das bisherige Chemikalienrecht grundlegend harmonisiert und vereinfacht. Zudem wurden diverse Erlasse wie die EU-Nickelrichtlinie durch REACH ersetzt. Seit dem Inkrafttreten wird die Verordnung fortlaufend aktualisiert und angepasst. (Quelle: Wikipedia)

Das Reifenlabel ist eine Kennzeichnung für Kraftfahrzeugreifen. Nach den Festlegungen der EU-Verordnung über die Kennzeichnung von Reifen müssen Hersteller von sowie leichten und schweren Nutzfahrzeugen seit dem 1. November 2012 für jedes Produkt die Kraftstoffeffizienzklasse, die Nasshaftungsklasse sowie die Klasse des externen Rollgeräuschs samt entsprechendem Messwert angeben. Dazu ist eine 75 × 110mm große Kennzeichnung gemäß Anhang II der EU-Verordnung über die Kennzeichnung von Reifen entweder als Aufkleber auf der Lauffläche jedes Reifens anzubringen oder jedem Posten identischer Reifen als gedrucktes Etikett beizugeben (Artikel 4 Absatz 1 EU-Verordnung Nr. 1222/2009). (Quelle: Wikipedia)

Reifenreparatur bei Altreifen umfasst die fachgerechte Instandsetzung von beschädigten Reifen, um ihre Nutzungsdauer zu verlängern und Abfall zu reduzieren. Dabei werden beschädigte Stellen durch spezielle Reparaturverfahren wie das Vulkanisieren oder Flicken wieder instandgesetzt, sodass der Reifen sicher weiterverwendet werden kann.

Der Rollwiderstand ist die Kraft, die beim Abrollen eines Reifens entsteht und der Bewegung entgegengerichtet ist. Je niedriger der Rollwiderstand, desto geringer der Reifenabrieb und der Energieverbrauch..

Conti prüft „Einstieg in die Runderneuerung von Pkw-Reifen“

Die Runderneuerung von Reifen ist trotz einer zuletzt tendenziell eher rückläufigen Entwicklung eine bewährte Technologie, die den Anforderungen des Circular Economy im Besonderen entspricht – sie verlängert die Nutzungsdauer des Reifens. In Deutschland liegt der Anteil an runderneuerten Reifen im Nutzfahrzeugsegment bei ca. 30% (2022). Demgegenüber fristen Pkw-Reifen, denen nach Erreichen bzw. nahe der Verschleißgrenze über die Erneuerung ihrer Lauffläche ein zweites Leben eingehaucht wird, seit vielen Jahren ein Nischendasein. Obwohl Letzteres angesichts eines allgemein gestiegenen Umweltbewusstseins durchaus einen zusätzlichen Ansatzpunkt in Sachen Ressourcenschonung böte. In Deutschland gibt es einen Pkw-Reifenerneuerer (2022). Es erscheint im Sinne der Cicrular Economy sinnvoll mehr Pkw-Reifen zu runderneuern. runderneuert.de – ein Zusammenschluss von mehreren Runderneuerern und Materialherstellern will die Runderneuerung fördern und so dazu beitragen, dass in Zukunft sowohl im Pkw- als auch im Nfz-Bereich mehr runderneuerte Reifen gefahren werden. 

(Quelle:  NRZ/Christian Marx)

S

Schreddern ist der Prozess, bei dem Altreifen in kleinere Stücke zerkleinert werden, um sie für die weitere Verarbeitung vorzubereiten. Dieser Schritt ermöglicht die Trennung von Gummi, Stahl und Textilfasern und ist der erste Schritt in Recyclingverfahren wie der Herstellung von Gummigranulat oder Gummimehl. → NEW LIFE Gummigranulat

Um einem Plattfuß vorzubeugen, werden spezielle Reifen mit einer formbeständigen, klebrigen Masse versehen. Wird der Reifen dann im Fahreinsatz z.B. durch einen Nagel durchstochen, presst der Luftdruck diese Masse in das Loch und verschließt es dauerhaft. SEAL-Reifen können nicht runderneuert werden und in der Regel, wegen der untrennbar mit dem Gummi verarbeiteten Schicht, nicht geschreddert und zu Gummi-Granulat oder -Mehl weiterverarbeitet werden. Sie eignen sich ausschließlich für die Verbrennung. 

Sekundärrohstoffe sind Rohstoffe, die durch Aufarbeitung aus entsorgtem Material (z.B. alten Reifen) gewonnen werden. Sie dienen als Ausgangsstoffe für neue Produkte und unterscheiden sich dadurch vom primären Rohstoff.

Um die Fahrgeräusche eines Reifens zu reduzieren, werden Reifen von unterschiedlichen Herstellern von innen mit einem speziellen Schaumstoff ausgerüstet. Dieser soll den Reifen im Fahrbetrieb bis zu neun Dezibel leiser machen. Silent-Reifen können nicht runderneuert werden und in der Regel, wegen der untrennbar mit dem Gummi verarbeiteten Schicht, nicht geschreddert und zu Gummi-Granulat oder -Mehl weiterverarbeitet werden. Sie eignen sich ausschließlich für die Verbrennung. 

T

Bei der thermischen Verwertung werden die Altreifen verbrannt und in Energie umgewandelt.

U

Das deutsche Umweltbundesamt (UBA) ist die zentrale Umweltbehörde der Bundesrepublik Deutschland. Es gehört zusammen mit dem Bundesamt für Naturschutz, dem Bundesamt für die Sicherheit der nuklearen Entsorgung und dem Bundesamt für Strahlenschutz zum Geschäftsbereich des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit. Die Aufgaben des Amtes sind vor allem „die wissenschaftliche Unterstützung der Bundesregierung (u.a. Bundesministerien für Umwelt, Gesundheit, Bildung und Forschung, Verkehr und digitale Infrastruktur), der Vollzug von Umweltgesetzen (z.B. Emissionsrechtehandel, Zulassung von Chemikalien, Arznei- und Pflanzenschutzmitteln) und die Information der Öffentlichkeit zum Umweltschutz“ auf Basis unabhängiger Forschung. Mit rund 1600 Mitarbeitern ist das deutsche Umweltbundesamt die größte Umweltbehörde Europas. (Quelle: Wikipedia)

W

wdk steht für „Wirtschaftsverband der Deutschen Kautschukindustrie“, darin sind die Premium-Reifenhersteller in Deutschland organisiert. Das wdk-Zertifikat ist ein Qualitätssiegel für Reifenservicebetriebe, die durch speziell geschulte, zertifizierte und geprüfte Monteure und die Investition in spezielle, zertifizierte und geprüfte Montagemaschinen die sach- und fachgerechte Montage der sensiblen UHP (Ultra-High-Performance) – und Runflat-Reifen sichern.

Z

Die Initiative ZARE ist ein Zusammenschluss von 19 im Bundesverband Reifenhandel und Vulkaniseur-Handwerk e.V. (BRV) organisierten, davon 16 zertifizierte Entsorgungsfachbetrieben. Das Ziel dieser Initiative ist es, das Bewusstsein für fachgerechtes Reifenrecycling in Deutschland zu verstärken.

Zertifizierte Entsorgung bezeichnet die fachgerechte und umweltgerechte Entsorgung von Altreifen durch spezialisierte Unternehmen, die sicherstellen, dass die Reifen ordnungsgemäß sortiert und nachhaltig verwertet werden. Diese Unternehmen verfügen über die notwendige Expertise und werden für ihre Einhaltung hoher Standards mit Zertifikaten wie dem ZARE-Zertifikat ausgezeichnet. → ZARE

Ö

Die Ökodesign- Verordnung der EU legt Mindestanforderungen für die umweltgerechte Gestaltung energieverbrauchsrelevanter Produkte fest, um deren Umweltbelastung über den gesamten Lebenszyklus hinweg zu minimieren. Sie zielt darauf ab, die Energieeffizienz zu verbessern, den Ressourcenverbrauch zu reduzieren und die Umweltverträglichkeit zu erhöhen.
NKWS