Zukunft Kreislaufwirtschaft: AZuR-Schirmherr Stephan Rau beim Europe Tire Innovation Summit

AZuR bringt die nachhaltige Reifen-Kreislaufwirtschaft auf die europäische Innovationsagenda

Europe Tire Innovation Summit

Beim Europe Tire Innovation Summit traf sich die europäische Reifenbranche in Frankfurt, um über Innovationen rund um E-Mobilität, Digitalisierung und Nachhaltigkeit zu sprechen. Mittendrin: Stephan Rau, Technischer Geschäftsführer des wdk und Schirmherr der Allianz Zukunft Reifen (AZuR). In seinem Beitrag betonte er die zentrale Rolle einer funktionierenden Reifen-Kreislaufwirtschaft für die ökologische und ökonomische Zukunft der Branche.

Der Wandel in der Mobilität verändert auch die Anforderungen an Reifen grundlegend. Neue Fahrzeugkonzepte, steigende Umweltanforderungen und die Digitalisierung stellen die Branche vor große Herausforderungen – aber auch vor enorme Chancen. Beim Europe Tire Innovation Summit wurde genau darüber diskutiert: Welche Reifentechnologien braucht die Zukunft? Welche Rolle spielt dabei nachhaltiges Design? Und wie lässt sich eine echte Kreislaufwirtschaft etablieren?

Stephan Rau, technischer Geschäftsführer des Wirtschaftsverbands der deutschen Kautschukindustrie (wdk), präsentierte auf der hochkarätig besetzten Veranstaltung die Vorteile, Chancen und Möglichkeiten der von AZuR europaweit vorangetriebenen Reifen-Kreislaufwirtschaft. In seiner Rede unterstrich Rau die Notwendigkeit, die Reifenbranche nicht nur in Richtung Performance und Energieeffizienz weiterzuentwickeln, sondern sie zugleich als Ressourcenkreislauf zu denken. „Nachhaltige Innovationen müssen den gesamten Lebenszyklus eines Reifens berücksichtigen – von der Entwicklung bis zur Wiederverwertung“, so Rau.

Im Fokus des Summits standen u. a. EV-spezifische Reifenkonzepte, die mit Blick auf NVH-Kriterien (Noise, Vibration, Harshness) entwickelt werden, sowie intelligente Lösungen für elektrische Flotten. Auch die Digitalisierung – etwa durch Sensorik und Connected Tires – wurde als Innovationstreiber diskutiert. Doch technischer Fortschritt allein reicht nicht aus. Die zentrale Frage lautete immer wieder: Wie gelingt es, Reifenprodukte kreislauffähig zu gestalten und am Ende ihres Lebens sinnvoll wieder in den Wertstoffkreislauf zurückzuführen?

Hier konnte AZuR wichtige Impulse setzen: Die Allianz Zukunft Reifen vereint über 90 Partner entlang der gesamten Wertschöpfungskette. Sie verfolgt das Ziel, Reifen durch Reparatur, Nachschneiden, Runderneuerung möglichst lange auf der Straße zu halten und anschließend der klimagerechten mechanischen oder chemischen Verwertung zuzuführen, um Abfälle zu vermeiden und wertvolle Rohstoffe im Kreislauf zu halten. Das AZuR-Modell ist nicht nur ökologisch sinnvoll, sondern auch wirtschaftlich tragfähifg – insbesondere vor dem Hintergrund steigender Rohstoffpreise und zunehmender regulatorischer Anforderungen.

Rau betonte: „Wir müssen aufhören, in linearen Produkten zu denken – und anfangen, zirkulär zu gestalten. Die Reifenbranche hat das Potenzial, hier eine Vorreiterrolle einzunehmen.“ Dabei sei die enge Zusammenarbeit zwischen OEMs, Zulieferern, Technologiepartnern und Politik entscheidend. Circular Economy sei kein Nebenschauplatz mehr, sondern ein zentrales Innovationsfeld.