Auf der südamerikanischen Kautschukkonferenz SLTC Jornadas Gaucho 2025 stand die nachhaltige Reifen-Kreislaufwirtschaft Europas auf der Agenda. Christina Guth, AZuR-Netzwerk-Koordinatorin, wurde von der SLTC-Präsidentin Marly Jacobi (Bildmitte) persönlich nach Bogotá eingeladen, um die Strukturen, Erfolge und Visionen des AZuR-Erfolgsmodells vorzustellen. Die Resonanz der rund 400 Fachbesucher zeigte, dass der AZuR-Ansatz international Anerkennung und Zustimmung findet.
Vom 6. bis 8. November 2025 wurde die wichtigste Fachveranstaltung der Kautschukbranche Südamerikas in Kolumbiens Hauptstadt Bogotá ausgerichtet. Die Jornadas Caucho 2025, organisiert von der Sociedad Latinoamericana de Tecnología del Caucho (SLTC), bot ein vielfältiges Programm mit Vorträgen, Diskussionsrunden und Workshops rund um innovative Technologien, Nachhaltigkeit und Zukunftsthemen der Kautschukindustrie. Die Veranstaltung ist ein bedeutender Treffpunkt für den fachlichen Austausch und die globale Vernetzung der Branche, und zog dementsprechend Experten aus ganz Lateinamerika sowie internationale Gäste an.
Globales Interesse am europäischen Reifen-Kreislaufmodell
Technologisch und verfahrenstechnisch ist die Reifen-Recyclingbranche in Südamerika aus Sicht von Guth „bereits gut aufgestellt. „Was jedoch fehlt, ist ein übergreifendes Netzwerk, das alle Akteure der Wertschöpfungskette zusammenbringt – so wie es AZuR in Europa tut.“ Genau dieses strategische Zusammenwirken sei der Schlüssel, um ökologische und ökonomische Potenziale im Recycling besser auszuschöpfen. In Bogotá wurde deutlich: Das europäische AZuR-Modell hat internationale Strahlkraft. „Wir hätten dort sicher neue Partner gewinnen können“, berichtet Guth. „Aber AZuR bleibt auf Europa fokussiert.“
Zu den eingeladenen Experten aus aller Welt gehörte auch Prof. Dr. Ulrich Giese, Geschäftsführer des Deutschen Instituts für Kautschuktechnologie (DIK) – einem wissenschaftlichen Partner im AZuR-Netzwerk. Auch er trug zur internationalen Sichtbarkeit des AZuR-Netzwerks bei. Die gemeinsame Präsenz unterstrich den interdisziplinären Ansatz, den AZuR lebt: Wirtschaft, Wissenschaft und Entsorgung ziehen an einem Strang, um die Circular Economy im Reifensektor voranzutreiben.
AZuR als Vorbild für internationale Kooperationen
Die Einladung zur SLTC Jornadas Caucho zeigt: AZuR wird längst als Best-Practice-Beispiel für nachhaltige Kreislaufwirtschaft wahrgenommen – auch über Europa hinaus. Die Konferenz bot nicht nur eine Bühne für die internationale Vernetzung, sondern zeigte auch, wie dringend globale Kooperationen notwendig sind, um die Reifen-/Recycling-branche zukunftsfähig und ressourcenschonend zu gestalten.

