Die Gewinner des Startup-Wettbewerbs LOOP THE TYRE 2026 sind neue Partner der Allianz Zukunft Reifen (AZuR). Als Anerkennung für ihre innovativen Lösungen erhielten die drei Erstplatzierten neben Preisgeldern in Höhe von insgesamt 6.000 Euro eine kostenfreie zweijährige Partnerschaft im europäischen Kompetenznetzwerk für die Reifen-Kreislaufwirtschaft. Mit dem Wettbewerb LOOP THE TYRE zeichnet AZuR Gründer:innen und junge Unternehmen aus, deren Technologien dazu beitragen können, Reifen und die darin enthaltenen Rohstoffe möglichst lange im Wirtschaftskreislauf zu halten. Die Partnerschaft eröffnet den Start-ups den Zugang zu Unternehmen, Forschungseinrichtungen und Experten entlang der gesamten Wertschöpfungskette.
KI unterstützt die intelligente Reifenbewertung
Den ersten Platz belegte Machine-Vision.io aus Reutlingen. Das Start-up entwickelt KI-gestützte Systeme zur automatisierten Bewertung, Klassifizierung und Sortierung von Gebraucht- und Altreifen. Mithilfe moderner Bildverarbeitung, Laserscanner und künstlicher Intelligenz erkennt die Technologie unter anderem Reifenhersteller, Reifengröße, Profiltiefe, Produktionsdatum sowie Beschädigungen und Verschleiß. Dadurch können Reifen objektiv bewertet und gezielt der Wiederverwendung, Runderneuerung oder der mechanischen Reifenverwertung zugeführt werden. Ergänzt wird die Lösung durch digitale Plattformen zur Verwaltung und Vermarktung von Reifenbeständen.
Hochwertige Rückführung von Gummimehl
Den zweiten Platz erreichte das niederländische Unternehmen Sustainable Rubber Solutions (SRS). Mit dem patentierten funktionalisierten Mikrongummipulver CoVulc® verfolgt SRS das Ziel, Gummimehl aus Altreifen wieder in hochwertige Gummimischungen einzubringen. Die Technologie verbessert die Anbindung der Gummipartikel an neue Elastomermischungen und eröffnet damit neue Möglichkeiten, Sekundärrohstoffe in industriellen Anwendungen einzusetzen. Damit leistet SRS einen wichtigen Beitrag zur Weiterentwicklung hochwertiger Materialkreisläufe.
Devulkanisation für Reifen-zu-Reifen-Kreisläufe
Den dritten Platz belegte das österreichische Forschungsprojekt ReTyre. Das Team entwickelt einen kontinuierlichen Devulkanisationsprozess, mit dem post-consumer Reifengummi so aufbereitet werden soll, dass es erneut für die Herstellung neuer Reifen eingesetzt werden kann. Ziel ist ein industriell skalierbarer Reifen-zu-Reifen-Kreislauf unter Erhalt der wesentlichen Materialeigenschaften. Der Ansatz könnte die Kreislaufführung von Gummi deutlich erweitern und den Einsatz von Sekundärrohstoffen in der Reifenproduktion stärken.



