Digitaler Produktpass: Große Chancen für die Reifen-Kreislaufwirtschaft

Konferenz zur Einführung des Digitalen Produktpasses mit AZuR-Beteiligung am 16. Juni 2026 in Bottrop

DPP Reifen

Der digitale Produktpass (DPP) bietet Chancen für die europäische Reifen- und Recyclingbranche. Mit der geplanten Einführung ab 2028 schafft die Europäische Union die Grundlage für mehr Transparenz, Ressourcenschonung und funktionierende Stoffkreisläufe. Als Kooperationspartner für den Stoffstrom Reifen beteiligt sich die Allianz Zukunft Reifen (AZuR) deshalb am interaktiven DPP-Event der Hochschule Ruhr West am 16. Juni 2026 auf dem Campus Bottrop. Im Mittelpunkt stehen konkrete Anwendungen und Perspektiven des digitalen Produktpasses für Industrie, Handel, Recycling und Circular Economy – jetzt anmelden.

Reifen als priorisierte Produktgruppe

Die EU hat Reifen im Rahmen der neuen Ökodesign-Verordnung (ESPR) als priorisierte Produktgruppe eingestuft. Der digitale Produktpass soll künftig Informationen über den gesamten Lebenszyklus eines Reifens digital verfügbar machen – von der Materialzusammensetzung über CO₂-Daten bis hin zu Reparatur-, Runderneuerungs- und Recyclinginformationen. Der Zugriff erfolgt künftig beispielsweise über QR-Codes oder RFID-Technologien direkt am Reifen.

Große Vorteile für Runderneuerung und Recycling

Gerade für die Reifen-Kreislaufwirtschaft bietet der DPP enormes Potenzial. Runderneuerer erhalten künftig Zugriff auf wichtige Informationen zur Karkassen-Historie, zu Laufleistungen, Reparaturen oder Belastungen. Dadurch lassen sich runderneuerungsfähige Reifen schneller identifizieren und sicher bewerten. Auch Recycler profitieren von der besseren Materialtransparenz. Informationen über Inhaltsstoffe, Additive oder recycelte Materialien erleichtern die mechanische und chemische Verwertung erheblich.

Der DPP kann damit dazu beitragen, Reifen länger im Nutzungskreislauf zu halten und wertvolle Rohstoffe effizienter zurückzugewinnen.

Zahlreiche Pilotprojekte von AZuR-Partnern laufen bereits

Mehrere namhafte Reifenhersteller und Industriepartner arbeiten bereits heute an konkreten Pilotprojekten zur Umsetzung des digitalen Produktpasses:

  • Im EU-Projekt CIRPASS-2 koordiniert Michelin gemeinsam mit Partnern aus Recycling, Runderneuerung und Flottenmanagement (darunter auch AZuR) die Entwicklung eines skalierbaren DPP-Systems für Reifen.
  • Führende Reifenhersteller wie Bridgestone und Michelin und treiben die Standardisierung globaler Reifendaten über die Global Data Service Organisation (GDSO) voran.
  • Auch zahlreiche AZuR-Partner befassen sich bereits intensiv mit RFID-Technologien, digitaler Rückverfolgbarkeit und der Dokumentation von Recycling- und Materialströmen.

Digitalisierung als Schlüssel für Circular Economy

Für AZuR ist der digitale Produktpass ein wichtiger Baustein für die Weiterentwicklung der Reifen-Kreislaufwirtschaft. „Der DPP schafft die notwendige Transparenz, um Reifen künftig deutlich effizienter im Kreislauf zu führen – von der Nutzung über die Runderneuerung bis hin zum hochwertigen Recycling“, erklärt AZuR-Netzwerk-Koordinatorin Anna-Maria Guth.

Die Veranstaltung an der Hochschule Ruhr West bietet Unternehmen, Wissenschaft und Kommunen die Möglichkeit, sich frühzeitig mit den Anforderungen und Chancen des digitalen Produktpasses auseinanderzusetzen und gemeinsam praxisnahe Lösungen zu entwickeln.