Devulkanisation als Schlüssel zur Circular Economy: ReTyre treibt geschlossene Reifenkreisläufe voran

Österreichisches Forschungsprojekt gewinnt beim Startup-Wettbewerb LOOP THE TYRE und verstärkt das AZuR-Netzwerk

ReTyre

Die Allianz Zukunft Reifen (AZuR) begrüßt mit ReTyre einen innovativen Neupartner aus Österreich. Das Forschungsprojekt belegte beim AZuR-Startup-Wettbewerb LOOP THE TYRE 2026 den dritten Platz und gewann neben einem Preisgeld von 1.000 Euro eine kostenlose zweijährige Partnerschaft im AZuR-Netzwerk. Mit seinem zukunftsweisenden Ansatz zur Devulkanisation von Altreifengummi leistet ReTyre einen wichtigen Beitrag zur Weiterentwicklung der Reifen-Kreislaufwirtschaft.

Im Mittelpunkt des Projekts steht die Entwicklung eines kontinuierlichen Devulkanisationsverfahrens für post-consumer Reifengummi. Ziel ist es, die wertvollen Kautschukrohstoffe aus Altreifen so aufzubereiten, dass sie wieder in neuen Reifen eingesetzt werden können – und zwar ohne wesentliche Einbußen bei den mechanischen Eigenschaften des Materials.

Schlüsseltechnologie für die Circular Economy

Die Devulkanisation gilt als eine der vielversprechendsten Technologien für ein zukünftiges Reifen-zu-Reifen-Recycling. Während heute ein Großteil des Altreifengummis stofflich verwertet oder thermisch genutzt wird, eröffnet die Rückführung von Kautschuk in neue Reifen völlig neue Perspektiven für geschlossene Materialkreisläufe. ReTyre entwickelt hierfür einen kontinuierlichen Reaktivextrusionsprozess, bei dem die Vernetzungsstrukturen des vulkanisierten Gummis gezielt aufgebrochen werden. Im Gegensatz zu klassischen Batch-Verfahren ermöglicht dieser Ansatz eine bessere Prozesskontrolle, höhere Skalierbarkeit und eine wirtschaftlichere industrielle Umsetzung. Ziel ist die Entwicklung eines stabilen, sicheren und umweltverträglichen Verfahrens, das künftig den Einsatz hoher Rezyklatanteile in neuen Reifen ermöglichen kann.

Forschung für die Reifen-Kreislaufwirtschaft von morgen

Das interdisziplinäre Projekt wird am Transfercenter für Kunststofftechnik (TCKT) in Wels durchgeführt. Unterstützt wird das Team durch KIAS Recycling sowie das Institut für Chemische Technologie Organischer Stoffe der Johannes Kepler Universität Linz. Im Rahmen des Projekts werden unterschiedliche Devulkanisationsreagenzien sowie zentrale Prozessparameter wie Temperatur, Scherung, Durchsatz und Schneckengeometrie untersucht. Ziel ist es, die Materialeigenschaften des zurückgewonnenen Kautschuks möglichst vollständig zu erhalten und die Voraussetzungen für eine industrielle Nutzung zu schaffen.

„ReTyre zeigt eindrucksvoll, wie Forschung und Innovation dazu beitragen können, die Kreislaufführung wertvoller Rohstoffe weiter zu verbessern. Solche Technologien sind entscheidend, um die Vision eines echten Reifen-zu-Reifen-Recyclings langfristig Realität werden zu lassen“, erklärt AZuR-Netzwerkkoordinatorin Christina Guth.

Wir freuen uns auf die Zusammenarbeit und heißen ReTyre herzlich im AZuR-Netzwerk willkommen.